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Unsere westlichen Heilmethoden – wie wirksam sind sie wirklich? – so lautet die Überschrift eines Abschnittes meines Buches “Der fehlende Baustein”. Der genannte Abschnitt handelt von der Wirkungsweise unseres Gesundheitswesens:
„Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Kommission wohl nur drei Kandidaten in die engere Wahl ziehen wird: die Verhaltenstherapie, die Gesprächstherapie und die tiefenpsychologische Methode – ein Graus für alle Seelentherapeuten, die sich auf andere Heilberufe spezialisiert haben, darunter auch verbreitete Methoden wie die Körper- oder Gestalttherapie. Doch bei ihrer Entscheidung konnten sich die Kommissare auf den Berner Psychologen Klaus Grawe berufen, der vor drei Jahren die bislang umfangreichste Studie über die Wirksamkeit der wichtigsten psychotherapeutischen Methoden vorgelegt hatte. Grawes dickleibige Untersuchung, Ergebnis jahrelanger Forschung, erwies sich als verheerender Schlag ins Kontor der zersplitterten Branche. Nahezu alle Prüflinge erhielten miserable Noten. Mit Not bestanden jene drei, die nun auch in der Kassenkommission offenbar favorisiert wurden”, so schrieb der Spiegel in der Ausgabe 25/1998, Seite 192 mit der Überschrift „Wucherndes Dickicht”.
Es geht um die Kassenzulassung bestimmter Methoden der Psychotherapie. Der Therapeut kann sich nach Angaben des Artikels zwischen Dutzenden von Verfahren entscheiden. Von diesen vielen Möglichkeiten sind nach Aussage der Untersuchung bis auf drei alle „verheerend”. Die verbleibenden drei, die Verhaltenstherapie, die Gesprächstherapie und die tiefenpsychologische Methode, tragen nicht etwa den strahlenden Sieg davon, sie bestehen auch nur „zur Not”.
Ist die Psychotherapie wirklich so nahezu wirkungslos, wie es das obengenannte Untersuchungsergebnis darlegt? Wie beurteilt der allseits bekannte Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, die Wirksamkeit seines Tätigkeitsfeldes? Laut seiner eigenen Aussage hatte er die Psychoanalyse nicht erschaffen, um Menschen zu heilen, stattdessen wollte er damit berühmt werden (Spiegel 25/1998, Seite 195 mit der Überschrift „Kathedrale auf Treibsand”). Er selber sagte, dass er mit seinen Analysen kaum jemanden helfen hat können, die einzige Ausnahme wäre wohl eine Familienangehörige gewesen, und da wohl nur deshalb, weil er diese wirklich geliebt habe.
Wolfgang Prinz, Direktor am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig kritisiert die Freudsche Psychoanalyse und sagt: „Freuds Lehre ist keine Wissenschaft. Die Psychoanalyse Freudscher Prägung ist ein quasi-literarisches Selbst-Deutungssystem, das sich der empirischen Prüfung weitgehend entzieht. Eines, das nicht nur wissenschaftstheoretischen Grundprinzipien zuwiderläuft, sondern auch noch auf teilweise frisierten, teilweise frei erfundenen „Beobachtungen" basiert“ (Zitat Spiegel Online Artikel „150 Jahre Sigmund Freud – der Überschätzte”).
Wie steht es mit anderen Bereichen unseres Heilwesens? Laut einer Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation WHO werden 80 % der Weltbevölkerung nicht mit modernen weltlichen Methoden, sondern von Heilern und Schamanen behandelt – und das (im Vergleich zum westlichen Kostenapparat) nahezu kostenlos. Insgesamt schneiden diese aber überraschenderweise nicht schlechter ab als unsere Schulmedizin. Entsprechend einer anderen Untersuchung sterben in Deutschland etwa so viel Menschen an ärztlichen Kunstfehlern wie an den zwei häufigsten Todesursachen (außer allen natürlichen Todesfällen) zusammen. „Mechanische” Probleme wie Knochenbrüche, Schnittwunden, Blinddarmoperationen, Sehschärfekorrekturen etc. und einige Stoffwechselprobleme kann die westliche Medizin hervorragend lösen, geht es aber in Richtung allergischer oder chronischer Beschwerden, Suchtproblemen oder gar in Richtung Krebs, dann steht die Medizin diesen Problemen (wenn es auch nicht offen zugegeben wird, da der Patient das Vertrauen in den Arzt als Basis einer möglichen Heilung benötigt) ziemlich hilflos gegenüber (ausführlich geschildert beispielsweise in Ken Wilbers Buch „Mut und Gnade”).
Soweit zu dem entsprechenden Abschnitt meines obengenannten Buches. Wie kommt es nun, dass unsere westlichen Heilmethoden so wenig wirksam sind? Würde das Gesundheitssystem funktionieren – würde das System chronische sowie allergische Krankheiten, Süchte und Krebs heilen können, so würden die Leute dadurch insgesamt gesünder werden. Dadurch würden die Beiträge für die Krankenkassen sinken. Dem ist aber nicht so – ganz im Gegenteil! Wo liegt der Fehler im System? Wie ist es überhaupt entstanden? Diesen Fragen soll nun im Folgenden nachgegangen werden. Beginnen wir zunächst bei den Lehren Sigmund Freuds, des Begründers der Psychoanalyse.
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