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Wie Dr. Hamer berichtete, sind bei einem DHS die Auswirkungen in drei Bereichen zu finden: in der entsprechenden Gehirnregion, im entsprechenden Organ und in der Psyche. Da es sich dabei um einen psychosomatischen Konflikt handelt, welcher durch ein Trauma ausgelöst wurde, so ist die primäre Ursache in der Psyche zu suchen. Welche Möglichkeiten der Diagnose (und der Heilung) gibt es hierzu?
An dieser Stelle sind prinzipiell drei Möglichkeiten zu nennen: zuerst die kognitive Möglichkeit, also, vereinfacht gesagt, alles, was vom Verstand erfasst werden kann. Dies entspricht beispielsweise den Möglichkeiten unserer aktuellen westlichen Psychoanalyse. Die zweite Möglichkeit wäre, die “Energiefelder”, welche die Konflikte beinhalten, selbst in Interaktion miteinander treten zu lassen. Das Ergebnis, welches “abgelesen” werden kann, muss dann nur noch richtig interpretiert bzw. richtig verstanden werden. Dies ist z.B. beim Familienstellen nach Bernd Hellinger der Fall. Das Ganze funktioniert ähnlich wie bei einem Orakel – das Ergebnis stellt sich ohne (Psycho-)Analyse “von selbst” ein. Es muss nur noch richtig damit umgegangen werden. Die dritte Möglichkeit wäre der direkte Zugriff auf die besagten Energiefelder mittels des menschlichen Geistes – eine Möglichkeit, von dessen Existenz bisher die wenigsten etwas wissen. Die genannten drei Möglichkeiten sollen nun näher betrachtet werden.
Zunächst wären die Möglichkeiten der Psychologie zu nennen:
Im Vorwort wurde bereits auf Untersuchungen zur Wirkungsweise unserer westlichen Psychologie im therapeutischen Bereich hingewiesen. Es bestätigt sich die Aussage des Begründers der Psychoanalyse (Sigmund Freud), dass man mit diesen Mitteln kaum jemanden wirklich wird helfen können.
Was im Umkehrschluss natürlich nicht heißt, dass die Psychoanalyse und die Psychologie sinnlos wären – sie erkennen sicher einige Zusammenhänge und sind bestimmt auch in der Lage manche Probleme des Menschen zu lösen – nur den Menschen selbst heilen können sie eben nicht.
Ist die Psychoanalyse vom Wesen her eine Natur- oder eine Geisteswissenschaft? Diese Frage ist sehr einfach zu beantworten. Betrachten wir z.B. die Physik. Anhand ihrer Definition untersucht sie die Gesetzmäßigkeit von Vorgängen, sie untersucht „wie Dinge funktionieren“. Sie abstrahiert Vorgänge und Erscheinungen in der wirklichen Natur in Form eines Systems von Modellen und allgemeingültigen Theorien.
Interessanterweise macht die Psychoanalyse bei näherer Betrachtung genau dasselbe – sie untersucht die Gesetzmäßigkeit der menschlichen Psyche. Sie untersucht, wie der menschliche Geist, die Seele, die menschliche Psyche, funktionieren. Sie abstrahiert Vorgänge und Erscheinungen in der wirklichen Natur (der Mensch ist Teil davon) in Form eines Systems von Modellen (Modelle des Menschen) und allgemeingültigen Systemen (der Psychoanalyse).
Auch die Psychologie ist im Wesentlichen den Naturwissenschaften zuzuordnen. Darauf weist allein schon deren Name hin: Psycho-Logie, die Lehre der Seele, des Geistes (altgriechisch). Das Wesen der Psychologie ist also die Lehre, welche sich eben mit der Psyche befasst. Aber nur aufgrund dessen, dass sich die Psychologie mit der Psyche, dem Geist, der Seele, des Menschen befasst, wird sie dadurch noch lange nicht zur Geisteswissenschaft, denn sie wendet naturwissenschaftliche Verfahrensweisen an.
Vielleicht tritt an dieser Stelle das Dilemma der Psychoanalyse zutage: vom Wesen her ist sie eine Naturwissenschaft. Sie beabsichtigt mit den Mitteln der Logik und des Verstandes die „Funktionsweise” der Seele zu erforschen. Heilen kann sie die Seele dadurch aber nicht – es ist, als wenn ein Naturwissenschaftler versuchen würde, durch das Studium der newtonschen Fallgesetze und deren Anwendung eben diese aufzuheben. An dieser Stelle ist dann oft von den Patienten der Satz zu hören: „Jetzt weiß ich zwar, woher ich mein Problem habe, aber deshalb ist es noch lange nicht weg”.
Interessanterweise sind die Fähigkeiten der Psychologie bezüglich Manipulationen von Menschen ziemlich ausgeprägt – im Zentrum steht hier jedoch nicht das „Selbst“ des Menschen, sondern dessen „Schatten”.
Als nächstes wäre hier das Familienaufstellen nach Bernd Hellinger zu nennen:
Wie funktioniert diese Methode? Der Therapeut interpretiert hier nicht wie bei der Psychoanalyse bestimmte Aussagen seines Patienten. Durch das Aufstellen werden die Energiefelder der teilnehmenden Menschen in Verbindung bzw. in Resonanz gebracht. Dies führt zu Reaktionen in der Haltung der Beteiligten, zu Aussagen u.a. Diese Reaktionen stellen die Antwort auf die ursprünglichen Fragen dar. Diese Reaktionen hatten sich sozusagen von selbst ergeben. Diese müssen nur noch richtig interpretiert und verstanden werden. Systembedingt kann bei dieser Methode jedoch nicht sehr ins Detail gegangen werden.
Und nun zur dritten Möglichkeit – der Verschmelzung des Bewusstseins mit dem Objekt:
Näher betrachtet werden muss an dieser Stelle zunächst das Alte Wissen der Mysterienschulen.
Diese sprachen von drei Möglichkeiten bzw. Phasen der Wahrnehmung:
- die kognitive (verstandesmäßige) Phase
- die emotionale (gefühlsmäßige) Phase
- die geistige Phase
Als Beispiel sei hier das Wasser im Swimmingpool genannt: bei der kognitiven Wahrnehmung denkt der menschliche Geist über das Wasser nach, welche Temperatur es wohl haben würde, wie tief es wohl sei. Unsere westliche Psychoanalyse bewegt sich in diesem Bereich. Bei der emotionalen Wahrnehmung schwimmt der Betrachter im Becken und erlebt das Geschehen ohne darüber nachzudenken. Die genannte Methode der Familienaufstellung nach Bernd Hellinger – bei dem es sich übrigens um ein altes schamanisches System aus Südafrika handelt – ist diesem Bereich zuzuordnen. Bei der den meisten unbekannten dritten Methode erfolgt eine Aufhebung der Trennung zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Betrachter und zu betrachtendem Gegenstand. Der menschliche Geist verschmilzt in unserem Beispiel in seiner Wahrnehmung mit dem Wasser im Becken. Dies soll an späterer Stelle noch näher betrachtet werden, denn hierzu ist zunächst das Wissen der Alten Schulen bezüglich des Menschenbildes nötig.
Literaturtipps:
Elisabeth Haich: Einweihung, Grafing, 2007, ISBN 978-3-89427-350-7.
Rebecca Rosing: Die Einfachheit des Seins, Kailash Verlag, Regensburg, 2009, ISBN 978-3-424-63006-0.
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